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beziehungsweise
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Bis demnächst!
R.
Notizen aus dem Gelben Meer
Was bei solchen lustigen Kindergeburtstagsspielen aber natürlich ein bisschen fehlt, ist die knisternde erotische Spannung. Doch auch dafür sorgt der Veranstalter, in dem er anschließend zwei junge Chinesinnen in orientalisch anmutende Pluderhosen zwängt, sie mit goldenen Glitzer-Tops ausstattet und zu ihnen sagt: „Macht mal Bauchtanz.“ Worauf die eine (die Linke) entgegnet: „Wir können aber gar keinen Bauchtanz, wir können bloß so tun.“ Hierfür hat der Veranstalter nur ein müdes Lächeln und den Verweis auf gewisse genetische Andersheiten des Asiaten übrig. Die rechte Tänzerin hat sich bei diesem kurzen Dialog wohlweislich zurückgehalten, weil sie weiß, dass sie allerhöchstens so tun kann, als könne sie so tun.
Um 22 Uhr habe ich dann in einem anderen, größeren Bierzelt die vermutlich größte musikalische Supersause des gesamten Festivals hautnah und schweißnass miterlebt, aber leider versäumt, sie mit meiner bescheidenen Fotokamera aufzunehmen, sodass mir als Beweisstück nur die Dokumentation des letzten Musikstückes bleibt, des Rausschmeißers sozusagen, was aber hoffentlich trotzdem einen kleinen Eindruck davon vermitteln kann, zu was die Chinesen bereit und in der Lage sind, wenn zuvor nur genug (deutsches?) Bier durch ihre sangeslustigen Kehlen geflossen ist.
Betrunkene Grüße,
Herr O.
und stäbchent zwei der kleinen Racker aus den vor Gliederfüßern wimmelnden Tupperwaren und befördert sie in ein Glas mit einer durchsichtigen Flüssigkeit (Wasser?). Dort werden sie mit den Stäbchen gehörig durchgequirlt. Aber Skorpione gehören nun einmal zu den zähesten Spezies überhaupt, sie werden vermutlich auch den nächsten Atomkrieg überleben, und da macht ihnen so ein bisschen durchsichtige Flüssigkeit nicht viel aus, nein, sie wimmeln und schwänzeln weiter vor sich hin, dass es eine Freude ist. Darum werden sie danach stäbchentechnisch in ein anderes Glas befördert, ebenfalls mit einer durchsichtigen Flüssigkeit (Wasser?) gefüllt. Auch diesmal Quirlen inklusive. Jetzt riecht es aber plötzlich gehörig nach Alkohol. Trotzdem tummeln sich die Skorpione munter weiter und warten auf stechbares Material (Herr O.?). Nun zündet die Dame ein Flämmchen an ihrem Bunsenbrenner an, auf welchem ein Kochtopf steht, der Speiseöl enthält. Das Öl wurde 1956 zum letzten Mal gewechselt. Die beiden Stäbchen befördern die beiden Skorpione in das Öl. Es macht "Zisch", und dann ist erst mal Ruhe im Puff. Für eine Minute oder so bleiben die Vielbeiner in ihrem Bad. Zeit genug für einen ausnahmsweise halbwegs der englischen Sprache mächtigen Zuschauer, mich zu fragen, ob es das erste Mal sei, dass ich Skorpion esse. Ja, sage ich, es ist das erste Mal. Der Mann nickt und geht mit einem ziemlich asiatischen und also unergründlichen Lächeln ohne weiteren Kommentar seiner Wege. Die anderen Zuschauer vermehren sich jedoch sekündlich, denn schließlich stehen da ja schon andere und gucken, und wo welche stehen und gucken, da muss es doch wohl auch wirklich was zu gucken geben. Die Skorpione sind jetzt fertig, beschließt die Dame, und holt sie mit was wohl ja genau mit Stäbchen aus dem brutzelnden Öl. Das können die auf keinen Fall überlebt haben, sagt Herr O. gebetsmühlenartig zu sich selbst. Die Dame übergibt ihm grinsend zwei fertig zubereitete Skorpione. Die Zuschauer sind sehr gespannt. Herr O. nimmt einen frittierten Skorpion am Schwanz und steckt ihn sich in den Mund und isst ihn vollständig auf. Dann nimmt er den zweiten und verfährt nach dem gleichen Verfahren. Der Applaus der Zuschauer bleibt aus. Wahrscheinlich hatten sie etwas Spektakuläreres erwartet (nach außen gestülpten Schweinemagen oder ähnliches). Die Zuschauer haben genug gesehen und gehen weg. Herr O. hat genug gegessen, bezahlt 1 Yuan und geht auch weg. Skorpion schmeckt übrigens, falls es jemanden interessiert, nach nichts. Außer nach Öl von 1956.