Montag, 11. Januar 2010
Vielleicht so?
Liebe Leute, ich arbeite an einer Lösung des Problems. Und wie ihr seht, bin ich auf einem nicht unguten Wege. Ich probier es weiter! Ich geb nicht auf! Ich bin der Schwarze Ritter!
Mittwoch, 21. Oktober 2009
Montag, 8. Juni 2009
gēge is watching you
Wenn ein chinesischer Literaturübersetzer einen deutschen Text übersetzen soll, dann fürchtet er sich am allermeisten vor Sätzen wie: "Mein Bruder kam herein, begrüßte meine Schwester und teilte uns mit, dass unser Großvater im Beisein seiner Enkelin an einem Klebereisklops erstickt sei."
Denn mit den Verwandtschaftsverhältnissen ist das so eine Sache in China. Die chinesische Sprache kennt kein Wort für 'Bruder' oder 'Schwester' oder 'Großvater' oder 'Enkelin'. In China muss man immer sagen, ob es sich um den älteren oder jüngeren Bruder, um die ältere oder jüngere Schwester, um den Großvater väterlicher- oder mütterlicherseits und um die Enkelin als Tochter des Sohnes oder als Tochter der Tochter handelt. Und für alles gibt es verschiedene Wörter. Das bedeutet also, dass vermutlich eine nicht unbeträchtliche Anzahl von chinesischen Literaturübersetzern dem Irrsinn anheimgefallen ist bei dem Versuch herauszufinden, ob an irgendeiner anderen Stelle des jeweiligen 700-Seiten-Romans die genealogischen Verhältnisse der Protagonisten irgendwie geklärt werden und ob er nun also "kleiner Bruder" (dìdi) oder "großer Bruder" (gēge) zu schreiben hat.
Wie auch immer: Der Grund, warum ich mich so lange nicht bei euch gemeldet habe, ist mein hiesiger gēge. Denn mein gēge macht Ärger. Er hat vor etwa drei Wochen beschlossen, mir den Zugang zu meinem eigenen Blog zu verwehren. Eine Begründung dafür nannte er nicht. Kappte einfach von heute auf morgen die Verbindung. Schluss, Aus, Ende, hat sich ausgebloggt. Und das nicht nur bei meinem eigenen Blog-Provider, sondern auch noch bei fast allen anderen. Plus Youtube, plus Twitter, plus Flickr, plus Hotmail, plus... - Alles weg.
Herr O. kann nur vermuten, dass das Ganze mit dem 20. Jahrestag des 4. Juni 1989 zusammenhängt, welcher in China bekanntlich mit zahlreichen Podiumsdiskussionen, Fernseh-Talkshows und einer bunten Studentenparade auf dem Platz des Himmlischen Friedens begangen wurde.
So, und warum kann ich das alles hier trotzdem gerade schreiben? Weil ich über den Freund einer Freundin hinter vorgehaltener Hand im schalldichten Kellerraum eines verlassenen und leerstehenden Industriegebäudes die Webadresse einer, sagen wir mal, Umleitungs-Seite zugeflüstert bekam, die der gēge anscheinend nicht kennt. Oder besser gesagt: noch nicht kennt.
Deswegen weiß ich auch nicht, ob und wann das nächste Mal was rausgeht.
Rein kommt jedenfalls nicht mehr viel.
Beste Grüße,
Herr O. (= Orwell)
Denn mit den Verwandtschaftsverhältnissen ist das so eine Sache in China. Die chinesische Sprache kennt kein Wort für 'Bruder' oder 'Schwester' oder 'Großvater' oder 'Enkelin'. In China muss man immer sagen, ob es sich um den älteren oder jüngeren Bruder, um die ältere oder jüngere Schwester, um den Großvater väterlicher- oder mütterlicherseits und um die Enkelin als Tochter des Sohnes oder als Tochter der Tochter handelt. Und für alles gibt es verschiedene Wörter. Das bedeutet also, dass vermutlich eine nicht unbeträchtliche Anzahl von chinesischen Literaturübersetzern dem Irrsinn anheimgefallen ist bei dem Versuch herauszufinden, ob an irgendeiner anderen Stelle des jeweiligen 700-Seiten-Romans die genealogischen Verhältnisse der Protagonisten irgendwie geklärt werden und ob er nun also "kleiner Bruder" (dìdi) oder "großer Bruder" (gēge) zu schreiben hat.
Wie auch immer: Der Grund, warum ich mich so lange nicht bei euch gemeldet habe, ist mein hiesiger gēge. Denn mein gēge macht Ärger. Er hat vor etwa drei Wochen beschlossen, mir den Zugang zu meinem eigenen Blog zu verwehren. Eine Begründung dafür nannte er nicht. Kappte einfach von heute auf morgen die Verbindung. Schluss, Aus, Ende, hat sich ausgebloggt. Und das nicht nur bei meinem eigenen Blog-Provider, sondern auch noch bei fast allen anderen. Plus Youtube, plus Twitter, plus Flickr, plus Hotmail, plus... - Alles weg.
Herr O. kann nur vermuten, dass das Ganze mit dem 20. Jahrestag des 4. Juni 1989 zusammenhängt, welcher in China bekanntlich mit zahlreichen Podiumsdiskussionen, Fernseh-Talkshows und einer bunten Studentenparade auf dem Platz des Himmlischen Friedens begangen wurde.
So, und warum kann ich das alles hier trotzdem gerade schreiben? Weil ich über den Freund einer Freundin hinter vorgehaltener Hand im schalldichten Kellerraum eines verlassenen und leerstehenden Industriegebäudes die Webadresse einer, sagen wir mal, Umleitungs-Seite zugeflüstert bekam, die der gēge anscheinend nicht kennt. Oder besser gesagt: noch nicht kennt.
Deswegen weiß ich auch nicht, ob und wann das nächste Mal was rausgeht.
Rein kommt jedenfalls nicht mehr viel.
Beste Grüße,
Herr O. (= Orwell)
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